Bundesdaten zeigen: Kanton Zürich instrumentalisiert EU-Steuerstreit für unnötige generelle Steuersenkungen
Die Finanzdirektorin des Kantons Zürich verlangt, dass die Unternehmenssteuern in Zürich fast halbiert werden. Das berichtete die NZZ. Die Begründung: Die Steuersenkung sei nötig, weil sonst Unternehmen abwandern würden, wenn Zürich die von der EU kritisierten Steuerprivilegien aufgeben muss. Doch die Statistik des Bundes zeigt, dass der Kanton Zürich fast keine so privilegierten Firmen beherbergt (s. die Tabelle "JP" im Excel File). Die Gewinne aller steuerlich privilegierten Firmen (nicht nur diejenigen der von der EU kritisieriten) machen knapp 6 Prozent der gesamten steuerbaren Gewinne aus. Im Schweizer Durchschnitt ist dieser Anteil rund 20 Prozent.
Bei einer generellen Steuersenkung verliert der Kanton Zürich somit massiv Einnahmen. Zwar würden die relativ wenigen privilegierten Firmen höher besteuert. Doch die Mindereinnahmen aus den regulär besteuerten Firmen wären viel höher.
Konkret hiesse das, dass die Grossbanken und die grossen Versicherungen usw. viel weniger Steuern zahlen müssten als heute, ohne dass irgendwelche positiven volkswirtschaftlichen Effekte zu verzeichnen wären. Im Gegenteil würde sich die finanzielle Situation insbesondere in der Stadt Zürich stark verschlechtern.
Der Antritt der Finanzdirektorin basiert angesichts der verfügbaren Daten auf einer Vortäuschung falscher Tatsachen. Der "EU"-Unternehmenssteuerstreit wird instrumentalisiert für unnötige generelle Steuersenkungen.
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