Nicht nur ungerechte, sondern auch ineffiziente Kopfprämien bei den Krankenkassen
Die Krankenkassenprämien belasten die Budgets der Haushalte mit normalen Einkommen stark. Familien mit einem Einkommen von 75'000 Fr. müssen z.B. in Zürich 15 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Krankenkassenprämien aufwenden (Link). Hohe Einkommen werden deutlich weniger stark belastet. Bei 150'000 Fr. Einkommen ist die Belastung noch rund halb so hoch. Dass Familien, die mit einem Einkommen von 75'000 Fr. über die Runden kommen müssen, so stark belastet werden, ist nicht nur sozial ein grosses Problem, sondern es ist auch ökonomisch ineffizient.
Wie zahlreiche Studien zeigen, nimmt die Zahlungsbereitschaft für Gesundheitsdienstleistungen mit steigendem Einkommen zu (Link). Je mehr jemand verdient, desto mehr ist er bereit, für Gesundheit auszugeben. Gewisse Studien kommen sogar zum Schluss, dass die Zahlungsbereitschaft überproportional steigt (Link).
Das System der Kopfprämien steht daher ökonomisch völlig quer in der Landschaft. Obwohl die hohen Einkommen mehr bereit wären, für Gesundheitsdienstleistungen zu bezahlen, holt der Staat bzw. die Krankenversicherungen das Geld nicht ab. Die hohen Einkommen kriegen die Leistungen aus ihrer Sicht deshalb viel zu billig. Mittelfristig wird daher kein Weg an einkommensabhängigen Prämien vorbeiführen und zwar sowohl aus sozialpolitischer als auch aus ökonomischer Sicht.
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